Cannstatter Stolperstein-Initiative

"Virtuelle Stolpersteine" in Villingen-Schwenningen

03-2014:
Johannes Hebsacker und Felix Flaig (beide Kursstufe 2 der St. Ursula Schulen Villingen) haben eine Aufsehen erregende Web-Seite gestaltet.
Ihr Kunst-Projekt „Virtuelle Stolpersteine“ tritt dem Vergessen jener Villinger Bürger entgegen, die während der Zeit des Nationalsozialismus nur deshalb ermordet wurden, weil sie jüdischen Glaubens waren.

Als der Gemeinderat von Villingen-Schwenningen im Dezember 2013 zum zweiten Mal beschlossen hatte, die „Stolpersteine“ des Künstlers Gunter Demnig auf den Straßen der Stadt nicht zuzulassen, haben die beiden Schüler ihre eigene Kunst-Idee entwickelt. Auf einer eigenen Seite im Internet haben sie Informationen über die jüdischen Familien zusammengestellt. Auf einem Lageplan der Villinger Altstadt sind die kurzen Texte und Bilder den ehemaligen Wohnhäusern zugeordnet, von denen ebenfalls Fotos abgerufen werden können.

In der Nähe dieser Häuser wurden Aufkleber mit QR-Codes angebracht. Jeder Passant kann dann mit seinem Smartphone vor Ort die passenden Informationen aus der Web-Seite abrufen: Welche jüdische Familie hat hier gewohnt? Wie haben die Familienmitglieder ausgesehen? Was ist mit ihnen geschehen?

Die QR-Codes wirken auf diese Weise wie „virtuelle Stolpersteine“, welche die Passanten aufrütteln. Mit der Web-Seite kann man einen richtigen Stadtrundgang gestalten, bei dem an diese dunkle Seite der Stadtgeschichte erinnert wird. Johannes Hebsacker und Felix Flaig erhoffen sich, dass vor allem junge Leute wie sie, für die der Umgang mit dem Smartphone alltäglich ist, sich auf einen solchen Stadtrundgang einlassen.

Zur Webseite “Virtuelle Stolpersteine”: http://virtuellestolpersteine.wordpress.com/Einer der Aufkleber mit QR-Code, die als "virtuelle Stolpersteine" auf die Wohnhäuser ehemaliger jüdischer Bürger aufmerksam machen.

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