Cannstatter Stolperstein-Initiative

Elise-Maria Hörz

Wer waren die Menschen, die der NS-„Euthanasie“ zum Opfer fielen? Man möchte wenigstens ein Stückchen ihrer Biografie kennen, aber von Elise Marie Hörz wissen wir nur, dass sie schwer krank war, deshalb Ärzten und psychiatrischen Kliniken anvertraut. Von dort, wo man sie behütet glaubte, ging ein Fragebogen nach Berlin, wo einer, der sie nie gesehen hat, über ihr Schicksal entschied. Ihre Krankenakte erhielt den Vermerk „verlegt“, dann wurde sie in einem der berüchtigten grauen Busse nach Grafeneck verbracht und gleich nach ihrer Ankunft im Gas erstickt.
10 654 Gasmorde im Jahr 1940, so lautet die Bilanz von Grafeneck. Ausrotten und dem Vergessen anheim geben, hieß das Ziel der NS-Täter. „Die Würde des Menschen ist unantastbar“, steht im Grundgesetz. Elise Marie Hörz ist dieser Würde beraubt und qualvoll ermordet worden. Daran soll ihr Stolperstein erinnern, aber auch an die Neigung des Menschen zur Hybris.

Das Wohnhaus von Elise Hörz, aufgenommen 2012.

Martin-Luther-Straße 26, Stolperstein verlegt am 23. November 2011.

© Text: Rainer Redies, Cannstatter Stolperstein-Initiative
© Bilder: Anke Redies, Cannstatter Stolperstein-Initiative

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