Cannstatter Stolperstein-Initiative

Gefühlte Opfer

Der Holocaust gehört in Deutschland zu den zentralen historischen Bezugsereignissen.
Das Bemühen, den NS-Massenverbrechen einen angemessenen Platz in der kollektiven Erinnerung einzuräumen, ist von der Erinnerungsfigur des “Gefühlten Opfers” getragen. Opferidentifiziertes Erinnern ist zur Norm geworden und es trägt ein Erlösungsversprechen in sich, das für Gedenken Versöhnung in Aussicht stellt. Doch der Zustand moralischer Entlastung will sich auch nach Jahrzehnten des Bereuens nicht einstellen, und der erinnerungspolitische Wettbewerb löst zunehmend Unbehagen aus. Welche Konsequenzen hat es für das kollektive Erinnern, wenn sich Deutsche mit den Opfern identifizieren? Vor welchen Herausforderungen steht historisches Erinnern mehr als sechzig Jahre nach Kriegsende? Diese Fragen untersuchen Dr. Ulrike Jureit (Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Hamburger Institut für Sozialforschung) und Dr. Christian Schneider (Begründer der psychoanalytischen Generationengeschichte)in einem Vortrag: Donnerstag, 26. Januar 2012, 19 Uhr, Stiftung Geißstraße 7, Stiftungssaal, 1. Stock.

12.01.12
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